Zwischen Smartboard und Windel: Wie Schulleiterin Sarah-Fay Koesling Bildung und Mutterschaft neu denkt

Karriere machen, ein Kind großziehen und gleichzeitig eine Schule leiten?
Für viele klingt das nach einer echten Herausforderung – für SIE ist es Alltag. In der 21. Folge von FAIRstärkung gibt die Schulleiterin der Modernen Schule Hamburg (MSH) ganz persönliche und fachliche Einblicke in ihr Leben zwischen Verantwortung, Vision und Windelwechsel: ein ehrlicher Blick auf den Spagat zwischen Bildungsführung und Muttersein. Eine Folge, in der es nicht nur ums Funktionieren geht – sondern um Mut, Haltung und echte Veränderung. Spannend und offen zugleich.

Sarah-Fay Kösling, Schulleiterin der Modernen Schule Hamburg, mit Baby im Tragetuch – Sinnbild für moderne Bildung und gelebte Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Schulleiterin mit Haltung: Sarah-Fay Koesling über Bildung, Mut und neue Wege

Beruf, Bildung, Baby: Sie organisiert den Alltag neu

Nur zwei Monate nach der Geburt ihres Sohnes kehrte sie in Teilzeit an ihre Schule zurück – mit Tragetuch und Baby im Lehrerzimmer. Eine Entscheidung, die in den sozialen Medien für Diskussionen sorgte, im Kollegium und Umfeld aber auf viel Verständnis stieß. Dass Schule nicht nur Lernraum für Kinder, sondern auch Lebensraum für berufstätige Eltern sein kann, zeigt sie mit beeindruckender Offenheit – und einem klaren Appell für mehr gelebte Vereinbarkeit. Als Lehrerin und Führungskraft bringt sie ihre Erfahrungen heute in jede Klasse – mit Herz und Struktur.

Viele Schüler:innen der MSH wechseln später aufs Gymnasium der MSH oder machen ihr Abi an einer Gesamtschule – vorbereitet durch ein starkes Fundament, das hier gelegt wird.

Bildung, die stärkt – was moderne Lernräume brauchen

In der Podcastfolge erzählt sie auch von ihrem eigenen Weg zur Schulleiterin der Grundschule – kein klassischer, sondern einer mit Umwegen und Erkenntnissen. Sie selbst hat nach dem Abi zunächst Englisch und Bildungswissenschaften studiert, mit dem Ziel, Schule aktiv mitzugestalten. Heute weiß sie: Moderne Bildung muss mehr leisten als reine Wissensvermittlung.

Die Moderne Schule Hamburg steht für ein Bildungskonzept, das nicht nur Inhalte vermittelt, sondern Kinder fürs Leben stark machen will: mit Internationalität, digitalen Kompetenzen, praktischer Selbstständigkeit und einem klaren Bezug zur Lebenswelt in Hamburg. Englisch wird dabei ab Klasse 1 / Vorschule unterrichtet – als Brücke zur Welt.

Täglicher Sportunterricht, das Fach „Lernen lernen“ oder ein offener Morgenkreis gehören zum festen Programm. Besonders wichtig ist ihr aber, dass Schüler:innen lernen, kritisch zu denken, Verantwortung zu übernehmen und empathisch mit sich und anderen umzugehen. „Fehler machen ist erlaubt – für Kinder genauso wie für Lehrer:innen“, sagt sie. Auch darüber spricht sie offen – und spannend, weil es Mut zur Lücke braucht. 

Privatschule für alle – ein Ort ohne Elitedenken

Ein häufiges Missverständnis räumt sie gleich aus dem Weg: Die MSH ist zwar eine Privatschule, aber keine elitäre Einrichtung. Es gibt weder Aufnahmetests noch Zugangshürden. Das Schulgeld liegt bei rund 200 Euro im Monat – in etwa so viel wie eine Tagesmutter. Die Schule versteht sich als Ort für alle Kinder – eine Klasse für sich, unabhängig von Einkommen oder Herkunft.

Besonders gefragt ist das Konzept auch bei Eltern, die selbst in pädagogischen Berufen tätig sind – von der Erzieherin bis zum Sozialpädagogen.

Zwischen Wickeltisch und Konferenzraum: Alltag einer Schulleiterin

Wie bringt man das alles unter einen Hut? Familie, Führungsverantwortung und pädagogische Vision – das sei nicht immer einfach, sagt sie ehrlich. Aber möglich. Der Schlüssel: Kommunikation, Vertrauen im Team, verlässliche Betreuung und ein Partner, der mitzieht. Das sprichwörtliche „Dorf“, das es braucht, um ein Kind großzuziehen, existiere heute nicht mehr automatisch – man müsse es sich selbst schaffen. Auch hier zeigt sie, wie offen man über Belastungen sprechen kann – und warum genau das so spannend ist.

Finanzen, Freiheit und Verantwortung – worauf Mütter achten sollten

Auch das Finanzielle lässt sie nicht außen vor. Altersvorsorge, Rentenlücken durch Teilzeit, wirtschaftliche Abhängigkeit – Themen, die gerade viele Mütter betreffen. Für sie ist klar: finanzielle Unabhängigkeit ist kein Luxus, sondern Grundlage für echte Entscheidungsfreiheit. Und Verantwortung in der Partnerschaft bedeutet auch, diese Themen gemeinsam anzugehen. Spannend: Wie sie dabei auch mit ihrem Team neue Strukturen schafft.

Viele Aspekte davon hat sie bereits im Studium durchdacht – denn auch studiert wurde bei ihr mit Zukunftsblick: Bildung, Sprache, Führung. Ein Mix, der heute ihre Arbeit prägt.

Haltung zeigen – Koesling als Vorbild in der Schulleitung

Sie lebt, was sie auch ihren Schüler:innen mitgeben will: Haltung zeigen, sich weiterentwickeln, offen für Neues bleiben. Die Rückkehr ins Berufsleben mit Baby war kein PR-Stunt, sondern eine bewusste Entscheidung – mutig, ehrlich und inspirierend. Nicht jeder muss es genauso machen, aber jede*r sollte die Freiheit haben, eigene Wege zu gehen. Im Podcast wird klar: Diese Schulleiterin der Grundschule macht Schule anders – und das ist richtig spannend.

Neugierig geworden?

Jetzt reinhören in Folge #21 des FAIRstärkung-Podcasts – mit Sarah-Fay Koesling über Schule, Schulleitung und das echte Leben zwischen Kind, Karriere und Klassenzimmer.

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