Geldmacht statt Abhängigkeit: 10 Tipps für die finanzielle Unabhängigkeit für Frauen

Finanzielle Abhängigkeit ist ein Thema, über das Frauen lange nicht öffentlich gesprochen haben – dabei betrifft es so viele. In unserem Podcast sprechen wir offen über genau das: Frauen, die nach einer Trennung feststellen, dass sie sich jahrelang auf ihren Partner verlassen haben – beim Geld, bei der Altersvorsorge, bei der Absicherung. Doch genau hier beginnt eine Reise: Die Reise zurück in die eigene Geldmacht.
In diesem Blogartikel fassen wir die wichtigsten Inhalte der Folge zusammen – mit Zahlen, praktischen Tipps und persönlichem Empowerment. Wenn du tiefer einsteigen willst, hör dir unbedingt die ganze Folge an. Aber jetzt erstmal: Dein Einstieg in die finanzielle Selbstständigkeit.

Helene Bosmann und Anja Werner im Gespräch über finanzielle Selbstständigkeit im FAIRstärkung-Podcast

Warum wir finanziell unabhängig werden müssen – gerade als Frauen

Finanzielle Unabhängigkeit ist kein Luxus – sie ist eine Notwendigkeit. Denn:

  • Rund ein Drittel der Frauen in Deutschland verlässt sich bei der Altersvorsorge auf den Partner.

  • Frauen haben nach einer Scheidung durchschnittlich 40 % weniger Einkommen – Männer nur etwa 7 %.

  • 71 Prozent der frauen befürchten, im Ruhestand ihren Lebensstandard deutlich senken zu müssen.

Und das ist nicht „Jammern auf hohem Niveau“ – das ist Realität. Wir leben in einem System, das Teilzeitarbeit belohnt (für Männer) und bestraft (für Frauen), das Altersvorsorge auf Ehemodelle stützt und das die finanzielle Verantwortung und Finanzwissen oft unbewusst dem Mann zuschreibt.

Doch je mehr wir darüber reden – offen, ehrlich, verständlich – desto mehr Frauen beginnen, aktiv zu handeln und gehen einen Schritt zu mehr finanzieller Unabhängigkeit.

Frauen und Finanzen - Von der Abhängigkeit in die Geldmacht

Im Podcast sprechen wir lieber von Geldmacht als von Unabhängigkeit. Warum? Weil „Unabhängigkeit“ immer noch das Wort „Abhängigkeit“ in sich trägt. Geldmacht bedeutet:
– Ich bin die, die entscheidet. Ich treffe bewusste Entscheidungen für meine finanzielle Zukunft und fürs Alter – ob in Beziehung oder allein.

Finanzielle Bildung und eigenes Geld ist dabei kein Luxus. Sie ist die Grundlage, um im Ernstfall nicht ohnmächtig dazustehen – sei es durch Trennung, Krankheit oder Tod des Partners.

Die 10 Schritte in deine finanzielle Unabhängigkeit

1. Kassensturz & Budgetplanung

Hast du einen Überblick über die eigenen Finanzen? Zuerst brauchst du Klarheit:

  • Was kommt monatlich rein?
  • Was geht wofür raus?

Nutze einfache Regeln wie die 50/30/20-Regel (50 % Fixkosten, 30 % flexibel, 20 % sparen/investieren). Auch wenn du diese Aufteilung nicht sofort erreichst: Die Richtung zählt. Tools wie Apps, Excel oder Konto-Textbuchungen helfen.

Tipp aus dem Podcast: Der erste Schritt ist nicht perfekt planen – sondern überhaupt anfangen.

2. Schulden vermeiden oder abbauen

Schulden belasten – mental wie finanziell.
– Schulden auflisten (Dispo, (Konsum-)kredit).
– Mach dir einen Plan: Monatliche Raten, Umschuldung, ggf. Schuldnerberatung.

 Zitat aus dem Podcast: „Privatinsolvenz ist kein persönliches Versagen, sondern manchmal der Startpunkt in ein neues Leben.“

3. Notgroschen anlegen

Bevor du investierst: Puffer schaffen.
– Ziel: Beitrag in Höhe von 3–6 Monaten Lebenshaltungskosten auf einem Tagesgeldkonto ansparen – je nach individueller Risikoeinschätzung.
– Dein Notgroschen ist dein Sicherheitsnetz. Er verhindert, dass du bei der nächsten ungeplanten Rechnung panisch an deine Anlagen und Investments musst.

4. Ziele definieren

Was willst du finanziell erreichen?
Haus kaufen? Weltreise?  Ruhestand absichern?

Ziele helfen dir, zu priorisieren und deine Strategie klarer zu definieren. Denke dabei auch an einen Plan B – nicht aus Misstrauen, sondern aus Selbstfürsorge.

 „Ich glaube, Frauen, die einen Plan B haben, leben in freieren, glücklicheren Beziehungen.“

5. Investition planen

Wie lange brauchst du das Geld nicht? Davon hängt alles ab:

ZeithorizontEmpfohlene Anlageform
1–3 JahreTagesgeld / Festgeld
3–7 JahreMischfonds / Anleihen
7+ JahreAktien, ETFs, fondsgebundene Vorsorge

Vermögensaufbau ist kein Sprint, sondern ein Marathon

Denk in Zielen, nicht in Produkten.

6. Altersvorsorge verstehen und Lücken schließen

Frauen bekommen im Schnitt nur 863 € Rente, Männer über 1.200 €.
Warum? Elternzeit, Teilzeit, gender pay gap,  Care-Arbeit, geringeres Einkommen – der sogenannte Gender Pension Gap liegt bei über 30 %. Damit ist die Gefahr für Frauen in Altersarmut zu landen real.

Schritte:

  • Renteninformation prüfen

  • Rentenlücke berechnen lassen

  • Kombination aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge z.B. durch Rentenversicherung, um fürs Alter vorzusorgen und die Rentenlücke zu schließen.

Wenn du Kinder hast: Erziehungszeiten beantragen! Bringt Rentenpunkte.

7. Welche Versicherungen brauchst du wirklich?

Essenzielle Versicherungen:

  •  Krankenversicherung (gesetzlich oder privat)

  • Private Haftpflicht 

  • Berufsunfähigkeitsversicherung (immer wichtig)

  • Risikolebensversicherung (bei Kindern oder Kreditverpflichtungen)

  • Hausrat, Rechtsschutz etc. – nach Bedarf

Hörtipp: Folge 4 und Folge 30 unseres Podcasts erklären Berufsunfähigkeit und Familien-Absicherung genau.

8. Investieren – einfach anfangen

Du musst kein Profi sein, um anzufangen und mit deinem Geld Vermögen aufzubauen .
ETFs sind ein guter Einstieg:

  • Günstig

  • Breite Streuung (z. B. MSCI World mit 1.500 Unternehmen)

  • Flexibel

  • Schon ab 25 €/Monat per Sparplan

Zwei Grundprinzipien beim Investieren:

  • Diversifikation – streue dein Geld (nicht alles in VW, sondern breit verteilen)

  • Zeithorizont – je länger, desto besser wirkt der Zinseszinseffekt

„Frauen erzielen im Schnitt sogar leicht bessere Renditen als Männer – durch überlegteres Handeln.“

9. Hol dir Unterstützung und Finanzwissen

Du musst nicht alles allein können. Wichtig ist aber, dass du deine Finanzen selbst in die Hand nimmst. Und dann kannst du dir für einzelne Bereiche gern Unterstützung holen :

  • Hol dir unabhängige Beratung (Honorarberatung oder vertrauenswürdige Maklerin)

  • Lass dich nicht einschüchtern

  • Frag so oft nach, wie du willst – du bist die Kundin.

Tipp: Viele Frauen fühlen sich bei Beraterinnen besser aufgehoben – weil sie ähnliche Lebensrealitäten teilen.

Und: Ein Steuerberater ist Gold wert, z. B. bei:

  • Steuerklasse nach Trennung

  • Altersvorsorge & Steuervorteile (Riester, Rürup etc.)

  • Kapitalertragssteuer

10. Ins Handeln kommen!

„Finanzielle Bildung ist kein Marathonwissen. Es geht nicht um Perfektion. Es geht ums Losgehen.“

Dein erster Schritt heute:

  • Kontoauszüge durchgehen?

  • Haftpflicht abschließen?

  • ETF-Sparplan mit 25 €/Monat starten?

Egal was – fang an.
Du musst nicht alles heute regeln. Aber jeder Schritt ist ein Schritt Richtung Kapivana – unser neues Lieblingswort für Kapital + Nirvana.

Fazit – Du bist nicht allein. Aber du bist verantwortlich. 

Es gibt viele Frauen, die gerade an der gleichen Stelle stehen wie du. Die sich trennen. Die durchatmen. Die erkennen:
„Ich kann nicht mehr warten. Ich muss mich jetzt um mein Geld kümmern.“

Wenn du das hier liest – bist du bereits losgegangen.
Du baust dein Wissen auf.
Du beginnst, in deine Geldmacht zu kommen.

Und du hast einen Podcast an der Seite, der dich unterstützt.

Hör jetzt rein:
Podcastfolge: „10 Schritte in die finanzielle Selbstständigkeit“
Mit konkreten Tipps, emotionalem Empowerment, und einer Prise Humor.

Du hast Fragen?

Schreib uns anonym oder öffentlich. Wir machen aus deinen Fragen gern neue Folgen, Blogartikel oder kurze Erklärvideos. 

An fairstaerkung@fairvendo.de

Und wir wissen: Keine Frage ist dumm. Dumm ist nur, sich nicht zu trauen, sie zu stellen. 

Dein Weg in die finanzielle Unabhängigkeit

Die 10 Schritte in Kürze:

  1. Überblick verschaffen (Budget, Einnahmen/Ausgaben)
  2. Schulden abbauen
  3. Notgroschen anlegen
  4. Ziele definieren (Plan A & B)
  5. Investmentstrategie aufbauen
  6. Rentenlücke erkennen & handeln
  7. Absicherung prüfen
  8. Mit kleinen Beträgen investieren
  9. Experten einbinden
  10. Handeln & dranbleiben

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