Wie vermittelt man jungen Menschen ein gutes Gefühl für Geld – jenseits von trockenen Schulstunden und belehrenden Ratschlägen? Wie bringt man Jugendliche dazu, sich freiwillig und gerne mit Themen wie Altersvorsorge, Aktien oder Versicherungen auseinanderzusetzen?
Antworten auf diese Fragen liefert Dr. Liane Platz in der neuen Folge des FAIRstärkung-Podcasts. Die Expertin für Wirtschaftspädagogik forscht an der Universität Konstanz und hat in den vergangenen Jahren ein ganz besonderes Werkzeug in den Mittelpunkt ihrer Arbeit gestellt: Serious Games, also Lernformate, die Geldthemen erlebbar, verständlich und gleichzeitig reflektiert machen.
Dr. Liane Platz über finanzielle Bildung für Jugendliche – zu Gast bei FAIRstärkung im Podcast
Seit Februar 2025 leitet Dr. Platz ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Projekt zur digitalen Entwicklung eines solchen Angebots – mit dem Ziel, Jugendlichen zwischen 14 und 20 Jahren den Umgang mit Geld, Risiken, Werten und Entscheidungen näherzubringen. Und nicht nur das: Auch Eltern sollen diese Methode gemeinsam mit ihren Kindern nutzen können, um finanzielle Kompetenzen dort zu fördern, wo sie häufig entstehen – im Elternhaus.
Universität Konstanz: Forschung mit Blick auf die Lebensrealität junger Menschen
Im Gespräch mit Helene und Anja wird deutlich, wie vielschichtig das Thema ist. Denn Finanzwissen ist mehr als nur Zahlen und Begriffe. Es geht um Lebensziele, um Einstellungen zu Konsum und Sparen, um Risikobereitschaft – und um die Reflexion von Gewohnheiten, die wir oft unbewusst aus unserer Kindheit übernehmen.
Universität Konstanz: Serious Games als Bildungsinnovation
Dr. Liane Platz erklärt, warum Kinder nicht einfach „Taschengeld plus Finanz-App“ brauchen, sondern Vorbilder, Gespräche – und echte Erfahrungen. Genau hier setzen Serious Games an: Sie ermöglichen es Jugendlichen, komplexe finanzielle Entscheidungen gefahrlos zu simulieren, mit anderen zu reflektieren und dabei Selbstwirksamkeit zu erfahren.
Dabei steht nicht der „schnelle Gewinn“ im Vordergrund, sondern die Frage: Wie erreiche ich mein persönliches Lebensziel – und welche Rolle spielt Geld dabei? Auch nachhaltige Werte und Zukunftsziele werden bewusst einbezogen.
Von Monopoly bis Risiko: Was klassische Formate lehren können
Ein weiteres Highlight der Folge ist die Diskussion über bekannte Klassiker wie „Monopoly“, „Risiko“ oder „Siedler“ – und was diese mit ökonomischer Bildung zu tun haben. Spoiler: Sehr viel, wenn man weiß, worauf man achten muss. Mechaniken, Entscheidungsspielräume und strukturierte Reflexion – das alles fließt in die didaktische Entwicklung an der Universität Konstanz mit ein.
Auch solche Formate können ein Einstieg sein – aber Serious Games, die gezielt auf Lernziele abgestimmt sind, bieten deutlich mehr Potenzial, um junge Menschen langfristig zu motivieren und zum Nachdenken anzuregen.
Verantwortung übernehmen – in der Schule, zu Hause und in der Beratung
Auch das Thema Verantwortung spielt eine zentrale Rolle: In der Schule, im Elternhaus – aber auch in der Finanzberatung. Gemeinsam wird erörtert, wie wichtig es ist, sich selbst mit Geldthemen auseinanderzusetzen und nicht einfach blind auf vermeintlich kompetente Berater:innen zu vertrauen. Denn am Ende trägt jede:r die Konsequenzen der eigenen Entscheidungen – und je früher man lernt, sie informiert zu treffen, desto besser.
Wirtschaftspädagogik mit Wirkung: Bildung, die Einfluss hat
Dr. Platz zeigt in ihrer Arbeit, welchen Einfluss durchdachte didaktische Konzepte auf die finanzielle Mündigkeit junger Menschen haben können. Das weckt nicht nur Interesse an scheinbar trockenen Themen, sondern fördert langfristig auch reflektiertes und eigenverantwortliches Handeln – im Sinne einer modernen, alltagsnahen ökonomischen Kompetenzvermittlung.